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Wozu eine
religionspädagogische Ausbildung?
In der Oberstufe ist das Fach
Religionspädagogik dreistündig unterrichtet worden. Sie haben
sich vielleicht damit beschäftigt, wie heutzutage Kinder mit
Religion in Berührung kommen, sich bei ihnen Gottesvorstellungen
entwickeln oder jahreszeitliche Festtage religiös zu verstehen
sind. Sie wurden mit christlichen Kulturelementen konfrontiert,
die heute nicht mehr als selbstverständlich erlebt bzw. gelebt
werden. Teilweise ist christliches Brauchtum zu aussageloser,
folkloristischer Brauchtümelei verkommen, zu dekorativer
Verschönerung von Feiern.
Der Religionsunterricht
orientierte sich an der Leitfrage, was Menschen allgemein und
was speziell ihnen ein tragfähiger Lebensgrund sein oder werden
kann. Und unter verschiedenen Blickwinkeln versuchten Sie
hergebrachte religiöse Lebensdeutungen und bewährte Antworten
für ihr eigenes Selbstverständnis zu prüfen. Sie versuchten da .
. .
. . . nachzuforschen, was uns
für das unsagbar Göttliche öffnen und begeistern kann;
. . . zu entdecken, wie sinnvoll es sein kann, eine
Lebensorientierung von Jesus dem Christus her zu entwickeln
. . . zu erproben, wie christliches Brauchtum helfen kann, eine
verantwortbare Religiösität einzuüben
Die religionspädagogische
Ausbildung bietet ihnen einen "Raum", mit anderen
Mitschülerinnen eine christliche Lebensrichtung zu entdecken und
fragend, spielerisch, nachdenklich, betend, gestalterisch,
feiernd, staunend und meditierend zu einem Verständnis für die
Gute Botschaft Jesu zu finden. Den Weg zu einem religiösen
Lebenssinn, zu einer von Vertrauen in Gott getragenen
Menschenwürde, den Sie begonnen haben oder dem Sie neugierig
gegenüberstehen, können wir eine weitere Strecke gemeinsam
gehen. Sie können in ihrer Arbeit als Erzieherin wachsen und für
ein ganzheitliches Erziehungskonzept religionspädagogische
Kompetenzen erwerben.
Ihr Zusammensein mit Kindern kann Ihnen selbst wie auch den
Ihnen anvertrauten Kindern wertvolle Impulse geben. Sie lernen
entscheiden, welche sinnvolle Richtung Sie ihrem Leben geben
bzw. wie Sie Kinder auf einen christlich begründeten Lebensweg
begleiten wollen.
Wie ist die religionspädagogische Ausbildung aufgebaut?
Erster Ausbildungsbaustein:
Themenzentrierte Treffen
Die Teilnehmerinnen der
Religionspädagogischen Ausbildung treffen sich während des
Berufsanerkennungsjahres an 12 Tagen. Die jeweils dreitägigen
Kursabschnitte stehen unter einem Themenschwerpunkt, der sich
auf praktische Herausforderungen in Ihrem pädagogischen
Arbeitsfeld bezieht und auf zentrale Inhalte des christlichen
Glaubens. Geleitet werden die Treffen von zwei im Team
arbeitenden Lehrerinnen.
Damit Sie eine genauere
Vorstellung von den Inhalten des Intervallkurses gewinnen, sind
die vier Themenschwerpunkte des Kurses 1996/97 aufgeführt:
- St. Martin und St.
Nikolaus - Heiligengestalten und ihre Feste
Symboldidaktische Deutung von Legenden und die kindgerechte
Gestaltung von Festen mit Kindern
- Zur Mitte finden -
In der Mitte sein - Aus der Mitte leben
Entdeckung eigener spiritueller Wege und Erprobung von
Stille-Übungen für Kinder
- Ostern - Eine
christliche Grunderfahrung zwischen Tod und
Auferweckungshoffnung
Existentielle Deutung des christlichen Osterbotschaft und
Gestaltungsideen für den österlichen Festkreis in
sozialpädagogischen Einrichtungen
- Nach Hause finden -
Kinder heimisch werden lassen
Spielerische Erkundungen zum Symbol "Haus" und ihre
religionspädagogische Bedeutung
Zweiter Ausbildungsbaustein:
Individuelle Praktikumsbegleitung
Über die gemeinsamen
Kursabschnitte hinaus, werden Sie von einer der beiden
Lehrkräfte auch während Ihres Berufspraktikums begleitet. Sie
werden in Ihrer Praktikumseinrichtung besucht und vor Ort im
Blick auf religionspädagogische Handlungsmöglichkeiten beraten.
Zu Ihren allgemeindidaktischen Spiel- und Lernangeboten für
Kinder sollen Sie religionspädagogische Akzente finden und
praktisch erproben. Sie erweitern Ihren zweiten Bericht im
Berufspraktikum um einen religionspädagogischen Anhang und eine
abschließende Reflexion über Ihre religionspädagogischen
Versuche mit Kindern. Für Ihre praktischen Versuche können Sie
mit den Kursleiterinnen spezielle Beratungszeiten vereinbaren.
Die religionspädagogische
Ausbildung beenden Sie mit einem rückblickenden
Erfahrungsbericht auf Ihre religionspädagogische
Kompetenzentwicklung. In einem Kolloquium, d.h. in einem
fachlichen Gespräch, an dem ein Vertreter der Diözese Limburg
teilnimmt, erläutern Sie Ihre religionspädagogischen
Erfahrungen.
Mit einem gemeinsamen
Gottesdienst beschließen wir Ihre berufliche Ausbildung. Während
des Gottesdienstes bekommen Sie vom Bischof von Limburg, bzw.
dessen Vertreter, als Anerkennung Ihrer Arbeit die "Kirchliche
Sendung für religionspädagogische Arbeit in sozialpädagogischen
Tätigkeitsfeldern".
Wer kann an der religionspädagogischen Ausbildung teilnehmen?
Sie sind eingeladen, für sich
zu prüfen, . . .
. . . ob Sie Ihren begonnenen
religionspädagogischen Weg mit einigen MitschülerInnen zusammen
fortsetzen wollen;
. . . ob Sie Methoden suchen und finden wollen, zusammen mit
Kindern religiöse Erfahrungsmöglichkeiten zu begründen;
. . . ob Sie Neugier und Kraft für diese Herausforderung bündeln
können;
. . . ob Sie bereit sind, vier arbeitsfreie Tage für die
religionspädagogische Ausbildung zur Verfügung zu stellen und
. . . ob Sie eine Praktikumsstelle finden, wo Ihnen die
Mitarbeiterinnen einen Spielraum für religiöse Erziehung
einräumen.
Wir freuen uns, wenn Sie
sich aufgrund der in diesem Prospekt genannten Bedingungen für
eine Teilnahme an der Religionspädagogischen Ausbildung
entscheiden können!
Wie erfolgt die Anmeldung zur religionspädagogischen Ausbildung?
Wenn Sie sich für Ihre
Teilnahme entschieden haben, können Sie im Sekretariat oder über
Ihre ReligionslehrerIn einen Anmeldebogen erhalten.
Unterschreiben Sie diesen bis zum 30. Juni des laufenden Jahres
und geben Sie den Bogen dann bei Frau Hanses ab. Nach der
Sommerpause werden Sie schriftlich zum ersten Kursabschnitt
eingeladen werden.
Nähere Auskünfte erteilt Ihnen
Ihr(e) ReligionslehrerIn. Vor Ihren schriftlichen Prüfungen
können Sie bei einer speziellen Informationsveranstaltung zur
Religionspädagogischen Ausbildung Ihre Fragen klären.
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